2025-01-29 112. Flug – CAS, Autotrim, max RPM

Beim heutigen Flug ging es darum, die Auswirkungen der neuen Static Ports herauszufinden. Der erste Eindruck sagt, dass alles so ist wie mit den alten Ports. Genauere Analyse werde ich noch durchführen.

Beim Motorstart gab es heute ein Phänomen, welches noch nie da war. Unmittelbar nach dem Anlassen leuchteten beide Lane Indicator rot, auch die Warning Lights für beide Lanes und weiter die Dynon Warning. Die Engine Parameter waren aber alle grün. Ich reduzierte die Drehzahl auf 2000 und ließ den Motor erst einmal weiterlaufen. Nach dem Drücken der Taste 8 erhielt ich weitere Informationen: „Rotax Land Aircraft“ in rot und „CAN FAULT“ in gelb. Ich hatte in der Vergangenheit schon mal das Problem, dass eine Lane rot wurde. Ich bin damals gelandet, bevor ich weitere Aktionen durchführte. Am Boden hat das Schalten auf B und weiter auf A und wieder zurück auf Both das Problem behoben. Genau das habe ich diesmal auch gemacht. Beide Lanes waren danach wieder grün und die Warning war verschwunden. Ich vermute die Fuel Pressure Anzeige von Lane B als Verursacher. Dieser ist im EMDS rot und zeigt nur etwa 1,6 bar an während die EMU 3,1 in grün anzeigt. Dem muss ich auf den Grund gehen.

Beim Standlauf, bei dem ich die maximal erreichbare Drehzahl des Motors überprüfen wollte, war ich wieder sehr überrascht. Ich ließ den Motor bis 75°C warmlaufen, machte den Lane Check bei RPM 4000 und erhöhte die Drehzahl weiter auf etwa 5500 RPM um das Propcycling zu starten. Aber leider hat die manuelle EMU-Software diese Funktion nicht. Ich hätte manuell die Drehzahl am Drehknopf variieren müssen, um ein Cycling zu erreichen. Daran habe ich in diesem Moment aber nicht gedacht und habe nur mit dem Throttle die Drehzahl variiert, was natürlich nichts bewirkte. Jetzt kam die Überraschung. Als ich auf 5800 und sogar weiter auf 5900 stellte, erreichte ich bei 100% Throttle nur eine RPM von 5550. Ich konnte mir das in diesem Moment nicht erklären. Nachdem 5500 aber erreicht wurden, entschloss ich mich für einen Start. Die Überraschung war nochmals groß, als ich in der Rotation sogar 6000 RPM erreichte. Zuhause habe ich die Lane Daten mit EMDS ausgelesen und konnte die Daten bestätigen. Ich ging bisher davon aus, dass der Governor mechanisch auf maximal 5816 RPM limitieren würde. Dieser Wert geht aus der Gerätelaufkarte des Governors hervor. Ebenso ging ich bisher davon aus, dass mit der Zentralschraube auch ein maximales Drehzahllimit gesetzt wäre. Das hat also auch nicht so funktioniert, wie es sollte, oder ich habe da etwas falsch verstanden. Ich werde dies mit RS-Flightsystems und MT-Propeller klären.

Weiter zu Autotrim. Scheinbar ist die Puls Rate von 8 immer noch zu niedrig gewählt. Ich erhielt wieder, aber seltener, die Aufforderung zu trimmen, welche aber nach ein paar Sekunden von selbst wieder verschwand, nachdem das Trimmen von Autotrim getätigt wurde. Ich werde den Wert nochmals erhöhen.

Danach habe ich in FL075 bei -5°C Dreiecke geflogen um die IAS versus CAS bei verschiedenen Geschwindigkeiten überprüfen zu können. Diese Analyse sieht wie folgt aus:

Wir haben weiterhin festgestellt, dass die stehenden Flächen der Center Console, an denen die Oberschenkel anliegen, sehr kalt werden. Hier muss ich eine Temperaturisolierung einbauen.

2025-01-26 Dynon Static Ports Installation abgeschlossen

Heute habe ich die Löcher für die Ports noch etwas ausgefeilt, damit die Ports genau in ihrem abgesetzen Bereich hineinpassen. Alle Löcher habe ich mit einem kleinen Pinsel lackiert. Während der Trocknungszeit habe ich die Leitungen verlegt und die alten, bis auf das waagerechte Stück von hinten nach vorn, entfernt. Damit ist jetzt auch die Syphon-Schleife entfernt, die ich seinerzeit beim Verlegen der Leitungen gebaut hatte. Die alten Leitungen waren weiche PVC Leitungen. Jetzt sind es Polyethylene Tubes. Ich habe vorne, hinter dem Copilotensitz, viel Leitungsmaterial belassen, um eventuell später noch weitere Anpassungen machen zu können. Die Ports habe ich dann mit Fett zwischen Skin und Messing eingebaut. Das System ist jetzt wieder funktionsfähig.

2025-01-24 Database, Autotrim, Propeller Zentralschraube, Static Ports

Als erstes habe ich die EFIS Database aktualisiert.

Nachdem Autotrim jetzt funktioniert, aber augenscheinlich zu langsam trimt, habe ich den Puls Time Wert von 5 auf 8 geändert. Die Auswirkung wird sich beim nächsten Flug zeigen.

Wie 2025-01-01 schon angekündigt, habe ich heute die 2024-08-08 durchgeführte Verstellung der Zentralschraube des Propellers wieder zurückgenommen. Ich habe die Schraube wieder auf die Original-Position gestellt. Der nächste Standlauf mit der manuellen EMU-Software, mit der ich eine RPM von 5900 vorgeben kann, wird das Ergebnis zeigen. Der Propeller sollte im Stand auf maximal 5750 RPM kommen.

Danach wollte ich die Wahrscheinlichkeit eines Wassereintritts in die Static Ports mit einem 2/3 Ring von oben und vorne minimieren. Als ich mit dem Körner die Bohrstelle markierte, ich wollte jeweils drei M3 Gewinde in die verklebten Ports schneiden, löste sich der Port komplett von der Skin. Jetzt habe ich mich dazu entschlossen, die original Dynon Ports zu installieren. Dafür war es heute aber schon zu spät.

2025-01-22 RPM Analyse vom 01.01.2025

Genauere Analysen des Dynon User Logs und der EMU Daten mit EMDS haben gezeigt, dass die im Stand erreichte Maximaldrehzahl sogar bei 5832 lag. Das ist eindeutig zu hoch. Es sollten etwa 5750 erreicht werden, damit während des Startlaufs 5800 erreicht werden können, aber nicht mehr! Die 2024-08-08 gemachte Anpassung der Zentralschraube am Propeller sollte ich jetzt wieder rückgängig machen, damit ich die 5800 nicht mehr überschreiten kann.

2025-01-04 111. Flug – Inside to Outside Static Port Analysis

Um zu entscheiden, ob ich bei den Outside Static Ports bleibe oder auf Inside Static Port wechsle, wie TAF das empfiehlt, habe ich diverse Tests geflogen. Kurz gesagt, mir erscheint der Inside Static Port nicht sinnvoll zu sein. Die IAS ist zwar beim Inside Port um 4 kts höher als bei den Outside Ports. Kommt also der CAS sehr nahe, aber nur, wenn die Frischluftdüsen geschlossen sind. Sind die Frischluftdüsen offen, so entspricht die IAS etwa der der Outside Ports. Das heißt, ich müsste mir bei jedem Anflug genau bewusst machen, ob die Düsen offen sind oder geschlossen. Denn 4 kts bei 1,3 Vso, 61 kts, machen eine Menge aus. Da habe ich lieber generell eine um -3 kts falsche IAS in Bezug zur CAS als dass ich einmal +1 kt und dann wieder -3 kts in Abhängigkeit von den Frischluftdüsen habe. Der Flieger stallt ja in Abhängigkeit von der CAS und nicht der IAS. Genau eigentlich in Abhängigkeit vom AOA. Der Inside Port ist für mich also passe.

Es hat sich aber gezeigt, dass ich mit den Ringen, die ich am 21.09.2024 um die Outside Ports befestigt hatte, einen ähnlichen Einfluss hatte. Dieser war aber unabhängig von den Frischluftdüsen. Hier könnte ich noch weitere Versuche durchführen. Offensichtlich waren die Ringe zu dick und ich bin deshalb etwas übers Ziel hinausgeschossen.

2025-01-01 Umschalter für Static Port eingebaut, 5809 RPM bestätigt

Um beim nächsten geeigneten Wetter die Tests fliegen zu können, um herauszufinden, ob zukünftig statt der Static Ports der Kabineninnendruck als Static Source benutzt werden sollte, habe ich, analog zum Test vom 2024-11-25 mit gemischten Ports, den Umschalter jetzt so konfiguriert, dass ich entweder die Außenports oder den Kabinendruck verwenden kann. Die geplanten Tests sollen Aufschluss darüber geben, in wie weit das Öffnen und Schließen der Frischluftdüsen und der Auspuffheizung einen Einfluss auf die IAS haben und wie die Genauigkeit der Anzeige bezüglich CAS tatsächlich ist.

Eigentlich wollte ich heute den ersten Flug des neuen Jahres machen. Leider ist aber laut Notam EDML von 31.12.2024 bis einschließlich 01.01.2025 geschlossen. Aber ein Standlauf ist ja möglich. Ich habe die manuelle EMU-Software RS02.5A auf der SD-Card zur Installation vorbereite. Mit dieser habe ich den Motor gestartet und wollte herausfinden, ob auch die obere Drehzahlgrenze mit dem neu eingestellten Governor erreicht werden kann. 5809 RPM wurden erreicht. Der Nachweis ist hiermit erbracht.

2024-12-20 Governor Einbau

Der Einbau war erfolgreich! Aber zu den Details. Ich habe alle Kontakt-Flächen mit Öl eingestrichen, einschließlich Dichtung. Damit die nicht verrutscht, dachte ich mir, stecke ich die Schrauben rein. Beim Einsetzten des Governors vielen die Schrauben dann erst einmal heraus. Das Wiederfinden war schwierig, das Herausbekommen aus den engen Stellen speziell der Sprengringe war zum Teil noch schwieriger. Ich habe dann erst einmal versucht, den Governor ohne Dichtung einzusetzen, damit die Zähne des Governors mit dem Mitnehmer des Motors ausgerichtet sind. Mit etwas Fummelei und gradweisen Weiterdrehen der verzahnten Welle des Governors, führte das zum Erfolg. Jetzt habe ich den Governor wieder herausgezogen und die Dichtung einsetzen wollen. Das hat anfangs nicht funktioniert. Dann kam mir der Gedanke, ein Loch in die Dichtung zu machen und sie damit mit einem kleinen Inbusschlüssel aufzuhängen. So hatte ich eine Führung für die Dichtung und konnte den Governor einsetzten. Die einfachen oberen Schrauben waren schnell etwas eingedreht und gaben dem Governor etwas Stabilität. Bei den unteren Schrauben war die beim Ausgleichsbehälter gelegene die schwierigste. Mit der kleinen Ratsche hat das aber auch geklappt. Jetzt war der Governor soweit in Position und die Schrauben konnten kreuzweise angezogen werden. Mit einem Drehmomentschlüssel habe ich eine der oberen Schrauben mit 22Nm angezogen. Mit dem Spezialschlüssel habe ich erfühlt, wie fest die Schraube war und habe dann die anderen auch soweit angezogen. Nach etwa 15 Minuten habe ich nochmals versucht, alle Schrauben etwas nachzuziehen. Ich ging davon aus, dass sich die Dichtung vielleicht etwas gesetzt hat. Ich konnte aber noch höchstens 10° nachdrehen. Die Schrauben sind bombenfest. Aber ohne dem Spezialschlüssel von RS-Flightsystems wäre das undenkbar gewesen.

Jetzt habe ich den Flieger zum Testlauf vorbereitet. Nach dem Warmlaufen des Motors bis 75°C Öltemperatur habe ich die normalen Lane Checks durchgeführt. Jetzt wurde es interessant. Die 5500 hat der Propeller erreicht. Diese Limitierung stammt von der EMU-Software. Von hier aus habe ich das Prop Cycling aktiviert. Die Drehzahl fällt jetzt auf 4660, was der errechneten Grundeinstellung des Governors entspricht. Damit sind meine T/O-Performance-Tests mit Minimum-Drehzahl verwertbar. Diese hatte ich mit RPM 4700 geflogen.

Der Leak Check ergab 100%ige Dichtigkeit der Flanschverbindung, somit 100% Erfolg für heute! Die Beleuchtung vom Cockpit aus und der Wärmestrahler im Rücken bei 3° Außentemperatur hat auch dazu beigetragen.

2024-12-19 Abholung des Spezialschraubenschlüssels von RS-Flightsystems zur Montage des Governors, SB-912i-015iS, SB-912i-016iS

Die Recherche bei Flugzeugmechanikern hat keine Lösung gebracht. Thomas von Rotax-Franz hat mir den Link zu dem Spezialschlüssel bei RS-Flightsystems geschickt. Herzlichen Dank dafür!

https://www.rs-flightsystems.com/product-page/mounting-tool-propeller-governor

Die gestrige Email an RS-Flightsystems wurde unmittelbar beantwortet und Herr Dr. Weinzierl und ich haben uns dann darauf verständigt, dass ich mir heute den Schlüssel bei ihm abholen könnte. Bei der Fahrt nach Berg ging mir dann durch den Kopf, dass ich wahrscheinlich nächstes Jahr schon wieder den Governor abbauen muss, weil dann die 72 Monate vorbei sind, und die Überholung angesagt wäre. Kurz gesagt, es erschien mir sinnvoller, einen Schlüssel für mich zu haben, statt mir einen zu leihen. Als ich dann bei RS-Flightsystems ankam, war das wie Heilig Abend. Es lag nicht nur ein verbogener Spezialschlüssel auf dem Tisch, sondern gleich ein 3er-Set, bestehend aus dem Spezialschlüssel, einen Zahn-Inbus-Schlüssel und einer 10er Ratsche. Zusätzlich eine neue Dichtung und ein Schraubenset mit Sprengringen. Das war echt toll. Ich war mir nämlich nicht sicher, ob mir MT auch wirklich eine neue Dichtung mitgegeben hatte, weil sie voller Öl war. Meine Frage nach neuen Sprengringen aus diesen Spezialmaterial beantwortete man mir damit, dass MT mit den Montageteilen, also Bolzen und Ringen nichts zu tun hat und keine hätten. Da war ich jetzt bei RS gleich doppelt zufriedengestellt. Ich brauche keine Zweifel mehr haben, ob die Dichtung von MT tatsächlich neu ist oder nicht und habe neue Sicherungsringe. Sogar auch neue Schrauben. Echt toll! Als dann noch in schöner Weihnachtsverpackung eine Flasche Bier und eine Dose Lebkuchen dazu kamen, war ich echt sprachlos. Es war wirklich ein Geschenk an mich.

Egal wie morgen das Wetter sein wird. Der Governor wird eingebaut!

In der Zwischenzeit habe ich auch recherchiert, inwieweit mich die beiden neuen mandatory Service Bulletins von Rotax betreffen. Glücklicherweise liege ich mit S/N 7705512 sowohl beim SB-912i-016iS (Oil Spray Nozzle) als auch beim SB-912i-015iS (Expansion Tank) außerhalb der betroffenen S/N Range.

2024-12-18 Abholung Governor von MT-Propeller

Die Zustellung des Governors an mich durch UPS schlug wegen Streikaktivitäten mehrerer im Zustellerbereich agierenden Unternehmen fehl und der Governor wurde wieder an MT-Propeller zurückgeliefert. Als ich das erfuhr, habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen die 150 km von München nach Straubing mit dem Auto zu fahren und den Governor abzuholen. Das Wetter für morgen war gut vorhergesagt. Ich hatte die Hoffnung, dass ich den Governor dann auch gleich einbauen könnte.

Wenn man persönlich mit den jeweiligen Kontaktpersonen reden kann ist das immer von Vorteil. So wollte ich mir Tipps dafür holen, wie man den Governor am besten wieder einbaut. Den ursprünglichen Einbau hatte seinerzeit Rotax-Franz durchgeführt. Beim Ausbau wurde mir klar, dass ich mit meinen Mitteln nur begrenzt Zugang zu der in Flugrichtung unteren linken Schraube habe. Zum Ausbau war das ausreichend. Der Einbau erschien mir fast unmöglich. Ich vermutete, dass vielleicht der Ausgleichsbehälter oder sogar die Airbox abgebaut werden müsste, um den Governor sicher montieren zu können. Davon hat man mir bei MT aber abgeraten. Sie sagten mir, dass RS-Flightsystems über einen Spezialschraubenschlüssel verfügen würden, mit dem der Einbau ohne dem Abbau von Komponenten machbar ist.

Im Verlauf des Abends habe ich dann versucht, diesen Schlüssel irgendwoher zu organisieren. Dabei habe ich auch an RS-Flightsystems eine Email geschrieben, weil ich dachte, mir eventuell einen leihen zu können.